Fondation de l'Hermitage

Edward Hopper
25. Juni bis 17. Oktober, 2010

Als unvergleichlicher Beobachter der Gesellschaft und aufmerksamer Zeuge des gesellschaftlichen Wandels im Amerika des 20. Jahrhunderts ist Edward Hopper ein typischer Vertreter der amerikanischen Malerei seiner Zeit. Er setzt sich mit den grossen Meistern des Lichtes (Vermeer) auseinander und verschafft sich innerhalb der amerikanischen Avantgarden sehr früh Gehör, indem er sein Werk in der realistischen Tradition ansiedelt. Als Maler von Kleinstädten und scheinbar banalen Szenen bevorzugt Hopper ruhige, vertraute, oft auch öde Orte. Seine sonderbar stillen Gemälde besitzen einen undefinierbaren mysteriösen Charakter. Sie wirken oft leer und verlassen oder werden von regungslosen, melancholischen Figuren belebt, die in Erwartung ihres Schicksals erstarrt scheinen. Die eisige Präzision seiner Malerei, der sehr konstruiert wirkende Bildaufbau und die starken Lichtkontraste kreieren eine eigentümliche Fremdartigkeit.

Die Ausstellung wird mit einer bemerkenswerten Serie Selbstporträts eröffnet und zeigt dann den entscheidenden Einfluss der Paris-Aufenthalte (1906-1910) für den Künstler, von den Karikaturen und Ansichten der Seine bis zum berühmten Bild Soir bleu (1914), einem Wendepunkt in seiner Laufbahn. Sein um die 20er Jahre entstandenes grafisches Werk findet ebenso Berücksichtigung wie seine «klassische» Periode der 30er bis 50er Jahre mit Stadtbildern wie Pennsylvania Coal Town (1947) und Seven A.M. (1948), aber auch ländlichen Szenen wie Cobb’s Barns (1930-1933), die das amerikanische Alltagsleben veranschaulichen. Ein der Erotik gewidmeter Teil der Ausstellung offenbart Hoppers Vorliebe für weibliche Akte, die in Summer Interior (1909), New York Interior (1921) oder aber im erstaunlichen Werk mit dem Titel Girlie Show (1941) zum Ausdruck kommen, das erstmals in der Schweiz ausgestellt wird. Seine sehr innovative Art, Bildräume mit einem schonungslosen Licht und einem ausgeprägten Sinn für Bildausschnitte zu theatralisieren, zum Beispiel in Sheridan Theater (1937) oder Night Shadows (1921), macht die engen Bindungen deutlich, die er zum Kino unterhält. Die Intensität des Spätwerkes mit Bildern wie Second Story Sunlight (1960) oder A Woman in the Sun (1961) von strahlender Leuchtkraft markiert den Höhepunkt seines Schaffens. Eine beträchtliche Anzahl Skizzen und ein vom Maler und seiner Frau geführtes Werkregister, das zahlreiche Entwürfe seiner Gemälde enthält, bereichern die Bildauswahl und werfen ein neues Licht auf seine Arbeitsweise. Die Ausstellung wird durch eine umfassende biografische und historische Darstellung sowie einen Dokumentarfilm über den Künstler ergänzt.

Kurator: Carter Foster, Chefkonservator für Zeichnungen im Whitney Museum of American Art, New York.

Katalog: Der von der Fondation de l’Hermitage in Zusammenarbeit mit den Editions Skira herausgegebene, reich illustrierte Katalog enthält Farbreproduktionen sämtlicher ausgestellten Werke sowie Texte von zahlreichen Spezialisten (280 Seiten, 28 x 30 cm, 226 Farb- und 24 Schwarz-Weiss-Illustrationen, auf Englisch und Französisch erhältlich).

Veranstaltungen: öffentliche Führungen, Abende im Zeichen von Kunst & Gastronomie, Sonntagsbrunch, Workshops und Spielparcours für Kinder, Spezialführungen und Unterrichtsmaterial für Lehrpersonen, Vorträge. Parallel zur Ausstellung wird vom 1. Juli bis 17. August im Schweizer Filmarchiv in Lausanne ein Filmzyklus zum Thema «Hopper und das Kino» gezeigt.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag von 10 bis 21 Uhr, Montag geschlossen ausser am 19. September (Eidg. Bettag) von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Whitney Museum of American Art, New York und Arthemisia organisiert und erhielt die grosszügige Unterstützung von

 


  

Vorverkauf von Eintrittskarten über das FNAC-Netz (Schweiz, Frankreich und Belgien) und auf www.fnac.ch


  
  
20% Ermässigung auf die Hin- und Rückfahrt nach Lausanne, den Transfer und den Eintritt. Direktbuchungen: am Bahnhof oder beim
Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min.)


Edward Hopper (1882-1967)
Soir bleu, 1914
Öl auf Leinwand, 91,4 × 182,9 cm
New York, Whitney Museum of American Art
Legat von Josephine N. Hopper, 70.1208
© Heirs of Josephine N. Hopper, licensed by the Whitney Museum of American Art, N. Y.
Foto Jerry L. Thompson

 

 

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